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Studium Bachelor Wirtschaftspsychologie Erfahrungsbericht Ann-Sophie Brunn

Meine Praktikumszeit in London

Wirtschaftspsychologie-Studentin Ann-Sophie Brunn während ihres Auslandspraktikums in London

Ein halbes Jahr in einem anderen Land, ein halbes Jahr mit einer anderen Sprache, ein halbes Jahr voll neuer Erfahrungen - ein großes Abenteuer.

Während eines Auslandsaufenthaltes in einer Sprachschule in Oxford 2015 habe ich mich in das Land und vor allem in London verliebt. Somit bestand für mich kein Zweifel mehr, wo es hingehen sollte, als ich mich für ein Auslandspraktikum entschlossen habe. Ich habe mein gesamtes drittes Semester in London verbracht.

Das Praktikum bot mir eine attraktive Chance, schon zu Beginn meines Studiums Erfahrungen in einem zukünftig möglichen Berufsfeld zu sammeln. Ich hatte die Möglichkeit sowohl das Personalwesen als auch das Marketing kennenzulernen. 

Zu Beginn habe ich in der Position des Internal Recruitment Consultant bei ChapmanBlack gearbeitet. Als Internal Recruitment Consultant sucht man neue Mitarbeiter für die Firma und führt den gesamten Bewerbungsprozess durch. ChapmanBlack ist eine auf den deutschsprachigen Raum fokussierte Recruitment Agentur, welche in den Branchen Digital, Automobile und Industrie agiert. Wenn man eines in diesem Job als Fremdsprachler lernt, dann ist es reden, reden, reden und vor allem reden. Durch den Job habe ich auch die letzten Hemmungen, die ich manchmal doch noch durch die Fremdsprache hatte, verloren. 

Die letzten zwei Monate hatte ich die Chance als Marketing Intern an aktuellen Projekten, Designs und Events der Endorsed Group mitzuwirken. Die Endorsed Group ist die erste spezialisierte Rekrutierungsgruppe ihrer Art. Sie ist darauf ausgerichtet, Kandidaten und Kunden die bestmöglichste Einstellungserfahrung zu bieten. Zu ihr gehört unter anderem ChapmanBlack.

Was habe ich gelernt?

Im Recruiting oder allgemeiner im Personalwesen interessierte mich sehr das psychologische Hintergrundwissen. Besonders gut konnte ich dabei die Studieninhalte aus den Kursen Sozialpsychologie und Grundlagen der Psychologie anwenden. Es war spannend zu sehen, wie äußerliche Merkmale von Kandidaten, wie z. B. Geschlecht, Alter oder Abschluss, den eigenen Eindruck beeinflussen können. Ich bin froh, dass ich über diese Wahrnehmungsverzerrungen bereits Bescheid wusste, da ich Einstellungsentscheidungen  so kritisch prüfen konnte. Im Marketing hingegen hat mich die Kreativität und Arbeitsatmosphäre sehr beeindruckt. Von daher kann ich sagen, dass ich zwar ein besseres Bild gewonnen habe, jedoch keinen Favoriten.

Ziel des Praktikums war für mich außerdem, mein Englisch zu verbessern. War ich in der Schule doch eher nur aus Pflichtbewusstsein zum Unterricht erschienen, schaue ich heute meine Filme, Serien, Nachrichten und so viel mehr mit Begeisterung auf Englisch. Auch die psychologische Fachliteratur ruft Begeisterung und keine großen Fragezeichen mehr hervor. 

Unabhängig all dieser neu erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten muss ich sagen, dass ich mich selbst besser kennengelernt habe. Man kommt vollkommen allein in einem neuen Land an, ich kannte nicht eine einzige Person. Das kann einem im Vorhinein Angst machen. Ich habe es jedoch als eine komplett neue Chance gesehen. Ich kenne niemanden, aber mich kennt auch niemand. Es ist als ob ein neues Buch beginnt, alles ist offen, nichts entschieden und nichts vorweggenommen. Du hast alles selbst in der Hand. Ich habe noch nie so ein Gefühl von Freiheit verspürt.

Ich habe viele neue Freundschaften geschlossen, mit denen ich auch seit meiner Rückkehr engen Kontakt halte. Wir haben so viel gemeinsam erlebt, sei es zu lernen den Dialekt vom Chef zu verstehen oder spontan ans Meer zu fahren, eine Wanderung über die Seven Sisters am heißesten Tag des Jahres oder das BST Festival im HydePark. Ich liebe es zu reisen, so hatte ich schon vorher nur wenige Gründe, die einem Auslandsaufenthalt entgegenstanden. Nach dieser Erfahrung fallen mir erst recht keine mehr ein!

Was nehme ich mit aus dieser Zeit?

Vor allem Selbstvertrauen und Zuversicht. Selbstvertrauen mir gegenüber, dass ich schaffe was ich mir vornehme – sei es in einem anderen Land zu leben oder einen neuen Job zu beginnen. Sowie Zuversicht, mein Berufsleben mit meinem Studium im Rücken einmal gut zu meistern. Es ist beruhigend und zugleich sehr motivierend die Parallelen zwischen meinem Studium an der SRH Hochschule Berlin und der praktischen Arbeit selbst erlebt zu haben. Um es anders auszudrücken: von meinem halbjährigen Abenteuer nehme ich ein mehr als tausendseitiges Buch mit extra starkem Einband mit. Auf dass es mir lange erhalten bleibe!